Horror/Grusel
Eine Welt der Untoten, Monster und Gefahren tut sich in den Horror- und Gruselcomics auf, oft präsentiert von Mumien und Skeletten. Der Kitzel des Übersinnlichen macht heute noch vielen Lesern eine Gänsehaut und lässt sie die Nackenhaare sträuben.
Der klassische Horror-Comic entsteht in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrtausends in den Vereinigten Staaten. Und innerhalb kürzester Zeit bringt er Lehrer, Priester, Eltern und die Politik gegen sich auf: Es ist die Zeit von McCarthy und auch die Horror-Comics werden beschuldigt, den Kommunisten in die Hände zu arbeiten, da sie die amerikanische Jungen verdürben. Dies gipfelt 1954 in der Einführung eines Comic Codes.
Dieser Code verbot etwa die Wörter Horror und Terror in Comic-Titeln sowie die Darstellung "exzessiver Gewalt". Vampire, Zombies, Werwölfe und andere Untote durften nicht mehr gezeichnet werden. Zwar war dieser Code nicht verpflichtend, jedoch wurde er über die Vertriebsfirmen rigoros umgesetzt. Comics, die nicht dem Code entsprachen, gelangten schlicht nicht mehr in Supermärkte und Zeitungskiosks. Dies führte etwa zur Einstellung nahezu aller Titel des populären EC-Verlags, lediglich das MAD-Magazin überlebte - bis heute.
Heute muten die Geschichten dieser Epoche eher antiquiert als gruselig an, auch wenn sie in Form etwa der Gespenster-Geschichten immer noch populär sind. Jedoch ist das Genre vielfältiger geworden, und ebenso wie bei den Superhelden hat eine neue Generation Zeichner die Figuren ihrer Kindheit in neue Kontexte gestellt, man denke etwa an Alan Moores Version des Swamp Thing. Heute finden sich in der Saga rund um das Höllenfindelkind Hellboy ähnliche komplexe Charaktere, und mit The Walking Dead gibt es passend zum Zombie-Revival auch ansprechende Comic-Literatur.