Foto-Comic
Vielleicht erinnern sie sich: Im Spielfilm „Wie bringt man seine Frau um“ spielt Jack Lemmon den erfolgreichen Comiczeichner Stanley Ford. Alle abenteuerlichen Eskapaden seines Serienhelden Bash Brannigan probiert Stanley vorher persönlich aus - und lässt sich dabei von seinem Butler fotografieren. Dies erlaubt im später, die Action-Szenen realistisch zu gestalten.
Nun kann sich natürlich kaum ein Comic-Zeichner einen Butler leisten, aber die Arbeitsweise des fiktiven Stanley Ford ist so weit hergeholt nicht. Viele Comic-Künstler, denen an einer möglichst naturgenauen Darstellung liegt, fotografieren ihre Geschichten Bild für Bild, bevor sie sie zeichnerisch umsetzen. Von vielen – etwa Hergé oder Carl Barks - ist zudem bekannt, dass sie für die Hintergrundgestaltung auf Fotografien zurück griffen.
Der Foto-Comic geht da lediglich einen Schritt weiter. Hier werden die Geschichten direkt mit Fotos erzählt, in die die Sprechblasen einmontiert werden. Freilich geschieht dies meist aus Kostengründen, allzumal wenn das Fotomaterial schon vorhanden ist, und im Comic nur zum zweiten Mal verwertet wird, etwa als „Comic zum Film“.
Der bekannteste Foto-Comic freilich erscheint jede Woche in einer großen Jugendzeitschrift: Die Foto-Love-Story der Bravo. Nur leider gibt es diese nicht als Comic-Sammelband.